Aufbau: Unterbau aus MDF (mitteldichte Faserplatten, ähnlich Spanplatten, aber mit glatter Oberfläche; das Material ist sehr formstabil, billig und lässt sich gut verarbeiten; leider ist es sehr schwer), blau gespritzt, auf 10 starken Möbelrollen. Rückwand aus Forex (Hartschaumstoff). Decke aus Forex mit diversen Öffnungen für Lüftung, Beneblung und Beleuchtung. Beleuchtungsfenster aus Plexiglas 2 mm. Durch Stege unterlegt wegen Verformung durch Lampenwärme. Decke wird durch Chromstahlwinkel gestützt. Sämtliche senkrechten Glasscheiben aus 4 mm Floatglas. Das Wasserreservoir fasst 160 Liter und ist durch eine doppelte Schicht Teichfolie dicht.

Masse: maximale Breite: 170 cm, maximale Tiefe: 120 cm, maximale Höhe: 220 cm; 5 Seitenscheiben je: 70 cm x 140 cm
Gewicht: ca. 300 kg

Technik: Beleuchtung: In der Mitte 150 Watt HQI, seitlich je 2 mal 18 Watt Leuchtstoffröhren. Beneblung mittels Fakir-Ultraschallvernebler; Heizung: verläuft unter dem Lüftungsgitter am Fuss der Seitenscheiben durch 36 Watt thermoregulierendes Heizband. Filter: 24 h durch Eheim professional 2222. Entlüftung: alter Computer-Lüfter, der die Luft heraussaugt.

Einrichtung: Rückwand aus 4 cm Presskorkeichenplatten. Bachlauf über halbierte Korkeichenstämme, treppenartig angeordnet über 1,5 m Länge und insgesamt 60 cm Gefälle. Endet in einem 40 cm x 80 cm großen Wasserteil. Grundstruktur durch einen großen Korkeichenstamm, große Zierhaseläste, Morkienwurzeln und Rebstockteile. Bodengrund aus Rindenschnipseln.

Bepflanzung: Rankpflanzen, Bromelien, Farne und Moose.
Tiere zu Beginn:
2 Pärchen D. pumilio 'Siquirres'
3 Pärchen D. auratus 'Cahuita'
3 Pärchen Phyllobates vittatus
2 Pärchen Agalychnis callidryas
10 Hyla ebraccata, vermutlich 7,3

Werte: Im Winter Regenzeit mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit bis 100%, im Sommer Trockenzeit bei etwa 60% tagsüber. Während der feuchten Phase Temperatur tagsüber in Bodennähe bei ca. 22° Grad, ganz oben bis 28° Grad. In der trockeneren Sommerphase am Boden ca. 25° Grad, oben bis 36° Grad.

Erfahrungen: Nach einer Einlaufphase während 2 Monaten waren viele Pflanzen schon gut angewachsen, andere waren vor allem im schattigen Bereich eher dürftig gediehen. Alle Frösche wurden gleichzeitig eingesetzt. Schon nach kurzer Zeit vermehrten sich die D. auratus und die Hyla ebraccata, nach etwa einem halben Jahr laichten die Agalychnis callidryas erstmals und dann auch die P. vittatus. Die D. pumilios vermehrten sich erst im 2. Jahr. Ich entnahm nie Gelege, sondern überließ sämtliche Zucht den Fröschen. Alle Arten vermehrten sich und im Wasserteil schwammen ständig
Kaulquappen verschiedener Arten. Während der Regenzeit spritzte ich täglich von Hand, zusätzlich sorgte der Vernebler für hohe Luftfeuchtigkeit. Während der Trockenzeit füllte ich nur die Bromelientrichter mit Wasser, der Vernebler sorgte für mittlere Feuchtigkeit. 2 Mal wöchentlich wurde gefüttert: Springschwänze, verschiedene Drosophilas, Heimchen verschiedener Größe, Mehlmotten und
gelegentlich Wachsmotten. Während des Sommer bestand das Futter fast ausschließlich aus Wiesenplankton. Die anfänglich 30 Frösche ließen
sich gut zusammen halten. Nur einmal hatte ich einen ausgewachsenen Rotaugenfrosch beim Verschlingen eines jungen Bromelienlaubfrosches 'erwischt'. Ansonsten gab es keine Probleme mit der Vergesellschaftung. Ständig wurden einige Jungfrösche entnommen, damit die Froschdichte
nicht zu stark wurde. Im letzten Spätsommer habe ich außer den Laubfröschen alle Frösche entnommen. Das Terrarium dient momentan nur der Laubfroschzucht. Bald möchte ich es noch ein bisschen besser einrichten, eine Beregnung
einbauen und bei der Neueinrichtung Verbesserungen anbringen. Ein großes Terri ist eine stetige Herausforderung und verlangt nach immer
optimaleren Bedingungen. Die Tiere zeigen durch den großen Raum ihr ganzes Verhaltensspektrum und der Pflegeaufwand hält sich in Grenzen, da
ein großes System viel eigenständiger und stabiler ist. Das große Terrarium ist ein Blickfang und erlaubt durch die Größe enormen Gestaltungsfreiraum.

Martin Haberkern


Wenn Sie Fragen an Martin Haberkern haben oder wenn Sie ihm einfach nur sagen wollen, wie schön sein Terrarium aussieht, dann schreiben Sie ihm hier.

Alle hier gezeigten Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung von Martin Haberkern verwendet werden.

CR-Terrarium_Grundrissplan.jpg (28138 Byte)

Grundriss-Skizze des
Costa Rica - Terrariums

Beneblung.d.Juni.2001.jpg (31765 Byte)

Terrarium bei eingeschalteter Benebelungsanlage

Einsicht.vonrechts.Mai.2001.jpg (27290 Byte)

Ausschnitt.4.2001.jpg (22253 Byte)

Innenraumansichten

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