Pflegeprotokolle für die Froschart Care sheet for the frog species

Phyllomedusa hypochondrialis hypochondrialis (Daudin, 1800)

Familie, ggf. Untergruppe:

Hylidae, Hylinae

family, subgroup:

Hylidae, Hylinae

deutscher Name:

Makifrosch

English name:

Tiger-Legged Waxy Monkey Tree Frog

Orange-Legged Monkey Leaf Frog

Verbreitung:

Argentinien, Bolivien, Paraguay, Brasilien, Kolumbien, Französisch Guyana, Guyana, Surinam und Venezuela.

Distribution:

Argentina, Bolivia, Paraguay, Brazil, Colombia, French Guiana, Guyana, Surinam, and Venezuela.

Temperaturspektrum:

s. u.

temperature range:

daytime  24-30 °C; 20-22 °C in the nights

Tierlänge:

Männchen 50 mm; Weibchen 60 mm

animal's length:

males 50 mm; females 60 mm

relative Luftfeuchtigkeit:

normalerweise 60-80 %, zur Zucht höher; erreichbar durch ein- bis zweimaliges Sprühen pro Tag

relative humidity:

normally 60-80 %, for breeding higher; once or twice misting should be enough

Futterspektrum:

alle Futterinsekten der entsprechenden Größe; die Insekten müssen vor dem Verfüttern mit einem Kalzium- (Vitamin-)-Präparat eingepudert werden, damit ihr natürlicherweise schlechtes Kalzium-Phosphat-Verhältnis ausgeglichen wird.

food items:

all feeding insects of appropriate sizes; feeder insects have to be dusted with a calcium (vitamin)-supplement to improve the insects' worse calcium-phosphat-ratio

Terrarienhaltung:

bepflanztes Regenwaldterrarium mit sauberer Wasserstelle; am besten ohne Bodengrund (bessere Hygiene!); u. U. Wasserfall oder Bachlauf; Größe: etwa 60*60*60(-100) cm (L*B*H); es müssen trockene Bereiche vorhanden sein

keeping in captivity:

well planted rain-forest terrarium with access to fresh water; no waterfall or small river-stream; size: at least 60*60*100 cm (L*B*H); there have to be drier zones within the terrarium

Gruppengröße:

2,2 bis 4,4 (je nach Behältergröße;
Zahl vor dem Komma zeigt Männchen an; Zahl hinter dem Komma deutet auf Weibchen)

group size:

2,2 bis 4,4 (depending on tank size;
number before the comma indicates males; number behind comma females)

Terrarieneinrichtung/
Terrarienbepflanzung:

am besten gar kein Bodengrund oder diesen sowie Seiten- bzw. Rückwände aus einer modellierten Styropor-, Torf- oder Korkplattenschicht; Wurzeln, Lianen, Holz- und Rindenstücke; Kletteräste, tropische Bepflanzung aus Bromelien und Blattpflanzen wie Spatiphyllum, Scindapsus, Efeutute o. ä.

structure of the terrarium:

preferentially no soil; walls should be constructed with modelled styrofoam, peat- or cork-plates; roots, vines; tropical large-leaved plants like large bromeliads and plants like Monstera, Spatiphyllum, Scindapsus, and Epipremnum

Beleuchtung:

Leuchtstofflampen, UV-Leuchtstofflampen, Energiesparlampen, bei besonders hohen Terrarien Metalldampflampen (HQI, HQL); Beleuchtungszeit: etwa 12 Stunden

lighting:

fluorescent bulbs, fluorescent bulbs with UV-radiation, in very high terraria metal-vapourizing lamps (HQI, HQL); photoperiod: approximately 12 hours

besondere Terrarientechnik:

Zeitschaltuhr; u. U. Beregnungs- oder Nebelanlage (zur Einleitung der Fortpflanzung)

special terrarium technique:

timer; automatic raining or fogging are facultative

Fortpflanzung:

durch eine feuchtere Haltung und eine intensive Beregnung mit temperiertem Wasser; dazu sollten die Tiere in optimaler Körperkondition sein und zuvor trockener gehalten worden sein; Laich wird in Blatttüten eingefaltet, die das Paar während der Umklammerung gemeinsam bildet.

breeding:

by intensive "rainy-season" within a "raining chamber" after conditioning the frogs in a dry atmosphere with lots of food; clutches of eggs are deposited on leaves overhanging water

Lautstärke des Quakens:

recht lautes, jedoch nicht störendes "Klicken"

volume of the call:

pleasant croaking, which is inaudible through closed door

Gelegegröße

normalerweise 40-70(- über 100) Eier

clutch size

normally 40-70 eggs

Bemerkungen:

dämmerungs- und nachtaktiv; Makifrösche schlafen auf Zweigen, Blättern oder in Bromelienblattachseln; diese dürfen während des Tages nicht zu feucht sein; Richtwert: Abtrocknung der Oberfläche spätestens 2 Stunden nach dem Sprühen

further reading:

strictly nocturnal; frogs sleep on the underside of large leaves. These mustn`t stay moist during the day; guide number: leaves should dry up at least two hours after misting

Lebenserwartung:

8-15 Jahre

lifespan:

8-15 years

Schutzstatus:

nicht geschützt

protection status:

not protected

weitere Details:

die Art kommt in zwei Unterarten vor:

1. Phyllomedusa hypochondrialis hypochondrialis

Die so genannte Nominatform stammt aus dem nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes (Kolumbien, Französisch Guyana, Guyana, Surinam, Brasilien und Venezuela). Es ist eine ausgesprochene Regenwaldart, die eine feuchtere Lebensweise führt als die südliche Verwandte (s. u.). Man kann sie gut bei Temperaturen von tagsüber 24-30 °C und nachts bei 20-22 °C halten.

2. Phyllomedusa hypochondrialis azurea

Im Gegensatz zur Nominatform stammt diese Unterart aus den Ländern Argentinien, Bolivien, Paraguay und Brasilien. Namensgebend ist die während der Tagesfärbung sichtbare, leicht azurblau erscheinende Oberfläche, besonders der Weibchen. Phyllomedusa hypochondrialis azurea ist als Bewohnerin der Chaco-Region wesentlich extremeren Temperaturen ausgesetzt. So toleriert diese Unterart Tagesspitzenwerte bis 35-40 °C (bei entsprechender Luftzirkulation).

Neben dem "Faultier-artigen Umherwandern" fallen diese wunderbaren Frösche, die übrigens weniger hüpfen als gemächlich klettern, durch weitere faszinierende Verhaltensäußerungen auf: Um die Wasserverdunstung zu reduzieren, reiben sich die Frösche am Morgen mit einem wachsartigen Hautsekret ein, und sie produzieren als Endprodukt des Stickstoffstoffwechsels (Eiweißverdauung) statt des wasserlöslichen Harnstoffs die wasserunlösliche Harnsäure (uricothel). Auf diese Weise kann insbesondere die Unterart P. h. azurea die heißen, trockenen Winde des Chaco überstehen. Beim Fressen stülpen die Frösche von einer gewissen Distanz ihre kurze, fleischige, klebrige Zunge zum Erbeuten eines Insekts aus.

Frisch umgewandelte Jungfrösche können leicht ertrinken; deshalb muss man reichlich Ausstiegshilfen und nur flache Wasserschalen anbieten. Trotzdem können sie an senkrechten Scheiben empor klettern. Der Name "Makifrosch" leitet sich übrigens von der gemächlich kletternden Lebensweise der Frösche ab.

Im Terrarium sitzen die Frösche in der Regel schlafend in Pflanzendickichten an die Unter- oder Oberseite von Blättern geschmiegt. Mitunter schlafen sie auch in Verstecken am Boden.

Im Gegensatz zur azurea-Unterart sollte die Nominatform keinesfalls extremer Trockenheit ausgesetzt sein. Hier bedarf es auch keines Heizstrahlers! Wichtig ist, dass die Frösche nicht permanent im Nassen verweilen, sondern dass die Umgebung schnell (innerhalb von 2 Stunden) wieder abtrocknen kann (s. o.; ausreichende Lüftungsflächen einplanen!). 

more details:

Here you will find a very good review about that species: http://www.anotheca.com/fenolio96phyllomedusa.pdf

weiterführende Literatur:

E. Biggi (2006): Affen mit orangen Beinen –
Pflege und Vermehrung des Chaco-Makifrosches
Phyllomedusa hypochondrialis azurea
REPTILIA 57,

Bruse, F., M. Meyer, W. Schmidt (2003): Praxis Ratgeber Futtertiere. – Frankfurt/M (Chimaira), 143 S.

Duellman, W. E. & L. Trueb (1986): Biology of amphibians. – Baltimore (John Hopkins University Press), 670 S.

Dante Fenolio: http://www.anotheca.com/fenolio96phyllomedusa.pdf

Friedrich, U. & W. Volland (1981): Futtertierzucht – Lebendfutter für Terrarientiere. – Stuttgart (Eugen Ulmer), 168 S.

Frost, D. R. (2002): Amphibian species of the world: an online reference. - V2.21 (15. Juli 2002). Electronic database available at http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/index.html. letzter Zugriff: Juli 2004.

further reading:

E. Biggi (2006): Affen mit orangen Beinen –
Pflege und Vermehrung des Chaco-Makifrosches
Phyllomedusa hypochondrialis azurea
REPTILIA 57,

Bruse, F., M. Meyer, W. Schmidt (2003): Praxis Ratgeber Futtertiere. – Frankfurt/M (Chimaira), 143 S.

Duellman, W. E. & L. Trueb (1986): Biology of amphibians. – Baltimore (John Hopkins University Press), 670 S.

Dante Fenolio: http://www.anotheca.com/fenolio96phyllomedusa.pdf

Friedrich, U. & W. Volland (1981): Futtertierzucht – Lebendfutter für Terrarientiere. – Stuttgart (Eugen Ulmer), 168 S.

Frost, D. R. (2002): Amphibian species of the world: an online reference. - V2.21 (15. Juli 2002). Electronic database available at http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/index.html. letzter Zugriff: Juli 2004.

© 2006 Tobias Eisenberg 

 

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