Mein Tropenterrarium
von Arndt Ihmels

(c) 2004 A. Ihmels
Schwarz eloxiertes Aluminiumterrarium mit den Maßen 1.2 x 0.65 x 1.5m (L x B x H)
Massive Unterkonstruktion aus schwarzen Fichtenbalken. In der Unterkonstruktion sind zwei kleine Aufzuchtterrarien integriert.
Die Beleuchtung ist in einem 30 cm hohen Lampenkasten untergebracht.
Die Bepflanzung ist sehr üppig, als Wasserteil dient ein kleiner Teich.
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Tierbesatz: 2.1 Agalychnis callidryas (Rotaugenlaubfrösche)
3.3 Dendrobates azureus (Azurblauer Baumsteiger)
3.2 Dendrobates amazonicus (Amazonischer Baumsteiger)
1.2 Phyllobates vittatus (Gestreifter Pfeilgiftfrosch) Pflanzen:
Orchideen: Bulbophyllum blumei B. makoyanum B. acutum Masdevallia amplexa Phalaenopsis – Hybride Dendrobium – Hybride Vanda - Hybride Dendrochillum filiforma Brassavola cucullata Coelogyne cristata
Bromelien: Aechmea victoriana Cryptanthus sps. Guzmania theresa Neoregelia ampullacea N. lilliputiana N. schultesiana N. spectabiles Vriesa – Hybriden Tillandsia usneoides (Spanisches Moos) T. cyanea
Farne: Blechnum gibbum (Rippenfarn) Asplenium nidus (Nestfarn) A.trichomanes (Milzfarn) Davallia spp. (Katzenpfotenfarn) Microgramma nitida Microsorum steerei Polypodium spp. (Tüpfelfarn) P. formosanuum (Tüpfelfarn) Dischida spp. Hymnophytum spp. (Hautfarn)
Moosfarne: Selaginella willdenowii S. uncinata (Blauschimmender Moosfarn) S. kraussiana (Kriechender Moosfarn) S. lepidophylla
Moose: Vesicularia dubyana (Javamoos) Ricia fluitans (Sternlebermoos) u. v. a.
Kletterpflanzen: Ficus montana (Eichenblättriger Ficus) F. pumila (Kletterfeige) Cissus discolor (Weinklimme) C. amazonica (Amazonischer Wein) Philodendron erubescens (Rotgestielter Baumfreund) P. scandens (Baumfreund)
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![]() (c) 2004 A. Ihmels
(c) 2004 A. Ihmels
(c) 2004 A. Ihmels
(c) 2004 A. Ihmels
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Klima:
Regenzeit von April bis Oktober (7Monate) mit Temperaturen von 24 °C im Bodenbereich und bis 27 °C im oberen Bereich.
Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 80-100 %. Die Beregnungsanlage sorgt für vier „Regenschauer“ pro Tag. Ein Ultraschallvernebler hält die Feuchtigkeit konstant.
Trockenzeit (trockenere Phase, 5 Monate) von November bis März. Die Temperaturen steigen etwas an, im Bodenbereich bei etwa 25 °C, im oberen Teil bis 30 °C.
Auch in der „Trockenzeit“ sorgt die Beregnungsanlage für tägliche, kurze Schauer. Der Ultraschallvernebler wird nicht eingesetzt.
Die Luftfeuchtigkeit wird über die Ventilatoren geregelt, sie liegt bei 60-70 %.
Technik:
Die Beleuchtung besteht aus 2 x 125 W HQL De Luxe, 2x Neonröhren „Natural Sunlight“, sowie aus 4x 75 W Mondscheinglühbirnen. Sie ermöglichen eine nächtliche Beobachtung der Rotaugenlaubfrösche.
Die Lüftung erfolgt über 2 Computerlüfter. Diese werden über eine Zeitschaltuhr gesteuert.
Beregnet wird das Terrarium über eine Beregnungsanlage. An der Decke befinden sich 5 Düsen.
Die Luftfeuchtigkeit wird während der Regenzeit über einen Ultraschallvernebler geregelt.
Für die nötigen Temperaturen sorgt ein 50 W Heizkabel im Boden, sowie die Strahlungswärme der Leuchtmittel. Das Heizkabel wird über einen Thermostaten gesteuert.
Erfahrungen:
Am meisten fasziniert mich an Tropenterrarien die enge Beziehung von Amphibien und Pflanzen. Gerade bei den Dendrobatiden kann man von einer regelrechten Zweckgemeinschaft sprechen: Sie benötigen u. a. Bromelien oder auch Araceen als Biotop, als Eiablageplatz und zur Quappenaufzucht. Gleichzeitig versorgen sie durch ihre Ausscheidungen die Pflanzen mit Nährstoffen.
So habe ich versucht, in meinem Terrarium eine möglichst große tropische Pflanzenvielfalt zu schaffen, um den Fröschen eine möglichst authentische Lebensweise zu ermöglichen.
Die Kombination hat bei mir sehr gut funktioniert. Zwar kommt es immer wieder vor, dass Pflanzen durch den Froschbesatz leiden, gerade die Laubfrösche nutzen eine Orchideenblüte gerne mal als Sitzplatz, was nicht immer gut ausgeht, im Grunde aber entwickeln sich Frösche und Pflanzen prächtig.
Die Vergesellschaftung der versch. Dendrobatiden und der Laubfröschen klappt sehr gut. Durch die Größe und üppige Bepflanzung des Terrariums können die Frösche sich aus dem Weg gehen. Bei D. amazonicus hatte ich Bedenken, dass sie aufgrund ihrer geringen Grösse doch mal einem hungrigen Laubfrosch zum Opfer fallen. Durch die strenge Nachtaktivität der Laubfrösche blieb dies aber bis jetzt (seit über 2 Jahren) aus.
Die Frösche kommen zwar aus unterschiedlichen tropischen Gebieten. So benötigt D.amazonicus aus Guayana etwas wärmere Temperaturen als die anderen Frösche. Da er als Baumbewohner sich ohnehin überwiegend im oberen, wärmeren Teil des Terrariums aufhält, stellt auch dies kein Problem dar.
Zu Beginn der Regenzeit im 2. Jahr haben alle Frösche angefangen Eier zu legen. Bis auf die Laubfrösche, war es bei allen erfolgreich. Bei amazonicus habe ich einige Gelege im Terrarium belassen. Die Brutpflege der Frösche war mehr als zufrieden stellend. Ich konnte später Männchen beim Quappentransport beobachten und habe Kaulquappen in Bromelientrichtern und anderen Wasseransammlungen gefunden. Die Naturbrut von D. amazonicus war ein wirklich tolles Erlebnis.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass es nach meinen Erfahrungen gut möglich, auch kleine Dendrobatiden in größeren Terrarien zu pflegen. Gerade die winzigen amazonicus bekomme ich sehr häufig zu Gesicht. Sie fühlen sich durch die Bepflanzung und Versteckmöglichkeiten sicher und lassen sich sehr oft beobachten. Man sollte nicht vergessen, dass es sich um lebende Tiere handelt, die zur artgerechten Haltung ihre Rückzugsmöglichkeiten benötigen. Außerdem kommt erst in großzügigen Terrarien das gesamte Verhaltensspektrum der Frösche zur Geltung.