Dendrobates pumilio (SCHMIDT 1857)

Hinter dieser Froschart verbergen sich unzählige verschiedene Farbformen, die sich aufgrund des großen Verbreitungsgebietes der Art herausgebildet haben. Als mittelamerikanische Art dringt Dendrobates pumilio mit am weitesten nach Norden vor: Er ist vom nördlichen Nicaragua über Costa Rica bis nach Panama verbreitet und kommt hier bis in Höhenlagen von etwa 1000 Meter vor. Mit am bekanntesten dürften die roten "pumilios" sein, die der Art auch ihren Trivialnamen "Erdbeerfröschchen" eingetragen haben. Mir persönlich gefallen die roten Tiere mit blauen Beinen am besten, nicht zuletzt, weil ich diese schon selbst in ihrem Habitat in Costa Rica aufgesucht habe. Den dazugehörigen Reisebericht, der auch andere Vertreter der Herpetofauna mit einschließt, ist hier zu lesen.

Das Fortpflanzungsverhalten von Dendrobates pumilio gehört mit Sicherheit zu den interessantesten Brutpflegestrategien, die im  Tierreich überhaupt bekannt sind:

Die nur wenige Zentimeter großen Tiere paaren sich im Regenwald auf Bromelien, nachdem das äußerst territoriale Männchen seine Partnerin mit seiner weithin vernehmbaren Stimme angelockt hat. Es wird ein Gelege abgesetzt, aus dessen Eiern sich in den folgenden Tagen die Kaulquappen entwickeln. In dieser Zeit wird das Gelege noch regelmäßig vom Männchen aufgesucht und mit Wasser aus der Kloake angefeuchtet, in den ersten Stunden nach der Paarung sogar noch bewacht. Schlüpfen die Kaulquappen, dann transportiert das Weibchen daraufhin jede Larve separat in eine eigene Blattachsel umliegender Bromelien, die mit Wasser gefüllt sind. Die Kaulquappen sind untereinander sehr aggressiv, daher würde eine gemeinsame Aufzucht in einem Wasserbecken misslingen. Erstaunlich ist nun aber, dass die kleinen Quappen nichts anderes fressen als Froscheier. Aus diesem Grunde besucht das Weibchen in regelmäßigen Abständen die  Blattachseln mit ihren Larven und wird durch eine Art Bettelverhalten der darin befindlichen Quappe zum Ablegen von (unbefruchteten) Eiern veranlasst. Erst hierdurch gelangt die Kaulquappe an ihre Nährstoffe, die die Entwicklung und schließlich die Metamorphose zum kleinen Erdbeerfrosch ermöglichen.  

 

 

 

 

 

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