Phyllobates terribilis (MYERS, DALY & MALKIN, 1978)

Der Pfeilgiftfrosch Phyllobates terribilis bewohnt ein eng begrenztes Verbreitungsgebiet der Rio Saija-Region in Kolumbien. Es handelt sich um stattliche Vertreter der Dendrobatidae, die eine Körperlänge von an die fünf Zentimeter erreichen und sehr standorttreu sind. Das Erscheinungsbild ist vielgestaltig: Es gibt drei Hauptfarbmorphen; mintgrüne, gelbe und orange P. terribilis, die auf der Unterseite auch Schwarztöne enthalten können. Allerdings kommen in letzter Zeit auch vermehrt intermediäre Varianten mit einer Richtung ins Cremefarbene vor. P. bicolor, der P. terribilis recht ähnlich sieht, weist gesprenkelte Beine auf.

Phyllobates terribilis ist ein einfach zu haltender Frosch, der Tagestemperaturen um 25 °C benötigt. Die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst hoch sein, was bei mir über Beregnungsanlage und Ultraschallvernebler bewerkstelligt wird. Wie die übrigen Vertreter der Gattung Phyllobates bewältigen diese Frösche recht große Beutetiere, die deutlich größer als Fruchtfliegen sind.

Der Ruf von P. terribilis ist nicht einheitlich: es kommen sowohl sehr melodische Klänge, die dem Gesang von Papageien ähnlich sind, aber auch recht dumpfe Klackergeräusche, so als ob man auf eine hohle Kokosnuss trommelt, vor.

Die Giftigkeit von P. terribilis hat ihm den Namen "schrecklicher Giftfrosch" eingebracht. In der Tat gehört diese Art zu den wenigen Pfeilgiftfroscharten, die wirklich von Indianern zum Vergiften ihrer Blasrohrpfeile verwendet wurden und werden. Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass die Giftmenge eines Frosches theoretisch für das Töten von 20 000 Mäusen bzw. zehn Menschen ausreichend wäre, immer vorrausgesetzt, dass das Gift in die Blutbahn des Beuteobjekts gelangt. Bei den Hautgiften handelt es sich meistens um komplexe Alkaloid-Gemische, von denen das Batrachotoxin eines der bekanntesten ist. Dieses hat eine sehr spezifische Wirkung auf den Natriumkanal in Zellmembranen, denn er wird nach einer Depolarisation nicht mehr geschlossen. Die Folge ist eine Dauererregung, die schließlich zu Herzstillstand und Atemlähmung führen kann. P. terribilis kann bis zu 500 µg von diesem Batrachotoxin speichern, eine gewaltige Menge, verglichen mit nur 0,2 bis 24 µg bei seinen nächsten Verwandten! Nur gut, dass die Giftigkeit nur bei natürlich lebenden Individuen und nicht bei langjährigen Terrarienpfleglingen und Nachzuchten auftritt! Weitere Ausführungen zur Giftigkeit von Färberfröschen finden sich in der Artenbeschreibung zu Dendrobates azureus.

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