Dendrobatidae (Pfeilgiftfrösche, Färberfrösche)
Es handelt sich um eine Familie neotropischer (mittel- und südamerikanischer), überwiegend tagaktiver Froschlurche, die nur selten größer als 50 mm werden (Ausnahme z. B. Colostethus riveroi). Die Vertreter der Gattungen Dendrobates und Phyllobates sind gekennzeichnet durch toxische Hautalkaloide und leuchtende, aposematische Färbungen. Alle Vertreter der Dendrobatidae betreiben eine mehr oder weniger aufwändige Brutpflege, bei der die Kaulquappen, die in einem zumeist terrestrischen Gelege (ohne Wasser) schlüpfen, auf dem Rücken eines Elternteils zu einer entsprechenden Wasseransammlung getragen werden. Diese kann permanent (Bachlauf, See, etc.) oder temporär (Phytothelmata [wassergefüllte Blattachseln von Pflanzen wie bspw. Bromelien], Pfützen oder Wagenspuren) sein. Nach 6-12 Wochen wird artspezifisch die Metamorphose beendet.

 

 

Das Vergesellschaften von Terrarientieren ist vielerorts eine beliebte Angelegenheit. Sogar Zoos zeigen in ihren Ausstellungen nicht selten eine Kombination verschiedener Arten. Es gibt aber eine Reihe von Kriterien, die man unbedingt vor einer Vergesellschaftung beachten sollte.

  1. Das Terrarium muss eine ausreichende Größe besitzen und für alle zu pflegenden Arten geeignete Lebensbedingungen bieten.
  2. Eine Vergesellschaftung darf erst erfolgen, wenn die unterschiedlichen Arten durch entsprechende Quarantänemaßnahmen als gesund eingestuft wurden. Kriterien, nach denen eine Quarantäne durchzuführen ist, finden sich hier.
  3. Arten innerhalb eines Gruppenkomplexes einer Gattung von Pfeilgiftfröschen sollten nicht miteinander vergesellschaftet werden, weil es zu Kreuzungen innerhalb von Arten einer Gruppe kommen kann. Dies kann man nicht wollen, sollte doch das Interesse des Pflegers im Hinblick auf die Reinerhaltung von Zuchtlinien für eine bestimmte Art, nicht aber nur für "möglichst bunte Frösche" bestehen! In der nachfolgenden Tabelle sind die Arten, die gemeinsam eine Gruppe bilden, farblich markiert.
  4. Man muss sich bewusst sein, dass es trotz Beachtung der arteigenen Bedürfnisse zum gegenseitigen Stören zweier Arten kommen kann. Dies kann sich besonders daran zeigen, dass die Arten sich nicht fortpflanzen. In diesem Zusammenhang ist das gegenseitige Auffressen artfremder (und sogar arteigener) Gelege zu nennen. Des Weiteren muss die starke Territorialität einzelner Arten beachtet werden. Unter ungünstigen Terrarienbedingungen oder Vergesellschaftungen sind sogar sehr kleine, aber auch sehr territoriale Frösche wie Oophaga pumilio in der Lage, größere Individuen anderer Arten massiv zu stressen oder sogar im Wasserteil zu ertränken!
  5. Eine Trennung der Arten sollte beim Auftreten ernsterer Komplikationen schnell erfolgen, ehe einzelne Tiere durch interspezifischen Stress eingehen.

Dieser Link gibt einen Überblick über die Dendrobatoidea, die unlängst von Grant et al. taxonomisch neu bearbeitet wurden.

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